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30.10.2020

Chor auch zu Corona-Zeiten

Durch Corona hat sich vieles geändert. Das Tragen der Maske auf dem Schulgelände und das Desinfizieren der Hände ist zum Alltag geworden. Zudem wurden viele Konzerte und Veranstaltungen abgesagt. Es ist ja auch verständlich, in solchen Zeiten muss man auch mal auf etwas verzichten können. Doch auf eine Sache müssen wir bei uns an der Schule zum Glück nicht verzichten: den Chor.

Trotz der Pandemie ist es uns möglich, weiterhin zum gemeinsamen Singen und Musizieren zusammenzukommen, natürlich immer mit mindestens zwei Meter Abstand und geteilt in die passenden Gruppen. Auf diese Art und Weise gelang es uns sogar am Ende des letzten Schuljahres, am 11.6. 2020, ein Abschlusskonzert der etwas anderen Art zu organisieren. Dieses Mal fand die Veranstaltung nicht wie üblich in der Aula statt, sondern auf dem Schulhof davor. Der Chor platzierte sich dazu, immer schön mit Abstand, auf dem Kunstrasen und hatte so doch eine improvisierte Bühne. Das auf 150 Mann begrenzte Publikum nahm auf mit Abstandverteilten Stühlen Platz. So konnten alle Regelungen und Vorschriften eingehalten werden. Um 18:30 Uhr war es dann endlich soweit. Den Anfang machte das auf Horn und Klavier gespielte Instrumentalstück „Moonglow“. Daraufhin konnte auch endlich der Chor mit dem sechsstimmigen Kanon „Per crucem“ beginnen. Das Lied ist schon länger Bestandteil der Chorliteratur, aber da es relativ einfach ist und durch seine Sechsstimmigkeit doch sehr kompliziert und schön klingt, war das Lied perfekt für den Auftritt. Aufgrund von Corona war es uns nämlich leider nicht möglich, mehr als zwei Proben zu veranstalten. Da waren natürlich bereits geübte und beliebte Lieder sehr praktisch. Nach einer kleinen Ansage sang der Musikensemblekurs das im Unterricht vorbereitete Lied „Bridge over troubled water“. Leider begann es schon während diesem dritten Lied zu tröpfeln und als der Chor danach mit dem Lied „Ich habe kein Tattoo“ von der Band Die alten Bekannten fortfuhr, begann es richtig zu regnen. Tapfer wie unser Chor jedoch ist, beendete er das Lied und flüchtete sich erst nach Ende des Applauses in die Aula. Damit war die Veranstaltung leider beendet, denn natürlich war es verboten,im geschlossenen Raum zu singen. Das Konzert ist also wortwörtlich ins Wasser gefallen. Naja, zumindest konnten die Zwölfer dieses Jahrgangs wenigstens ein halbes Abschlusskonzert genießen und zudem waren wir mit unserer kleinen Darbietung sogar, wenn auch nur für einige Sekunden, im Fernsehen.

Das war jedoch alles vor den Sommerferien. Mit dem neuen Schuljahr musste sich auch unser Chor ganz neu organisieren, denn jetzt sind wir nach Klassenstufen in Gruppen geteilt. Das heißt, die 9.,10.,11. und 12. Klassen müssen immer besonders viel Abstand voneinander halten, aber auch Schüler derselben Klassenstufe sitzen beim Singen zwei Meter voneinander entfernt. Diese Einschränkungen erschweren die Chorproben erheblich, da wir nun nicht mehr alle in die Aula passen. Das bedeutet, dass wir getrennt in zum Beispiel der Aula und der Mensa gleichzeitig Probe haben. Damit ist das Platzproblem erstmal gelöst, naja, zumindest solange, bis die Aula für eine andere Veranstaltung benötigt wird. Aber auch wenn uns alle Räume zur Verfügung stehen, gibt es Probleme, denn der Chor kann sich zwei oder vierteilen, unsere Chorleiterin Frau Scheller kann das aber nicht. Deswegen wird ein Teil des Chores von Schülern unterrichtet. Dafür stellt sich natürlich das Choraktiv zur Verfügung, das aus den jeweiligen Stimmgruppensprechern und unserer Chorsprecherin besteht. Aber auch einige ehemalige Schüler kehren extra für die Proben an unsere Schule zurück, um Frau Scheller unterstützen zu können. So ist das halt im Chor, jeder hilft, wo er helfen kann. Auf diese Art und Weise gelingt es uns auch während Corona, neue Lieder einzustudieren und alte zu festigen. Natürlich wissen wir nicht, ob es dieses Jahr überhaupt ein Konzert geben wird, bei dem wir unsere Arbeit präsentieren können, aber es geht ja nicht hauptsächlich um Konzerte und Auftritte, sondern in erster Linie um die Freude am gemeinsamen Singen. 

Photo by Kati Hoehl on Unsplash

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