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Wie Musik in die Mathestunde passt

Nordkurier Dienstag, 29.März 2016, Seite 4

 

Mit Tonschritt-Klötzchen und Formeln: Der Musiker Stefan Malzew erklärt den Gymnasiasten im Mathe-Campus, wie Töne und Zahlen zusammenpassen.

 

Von Marina Spreemann

 

Wer sich gut mit Zahlen auskennt, ist beim Mathe-Campus richtig. Aber in der neuen Runde geht es ebenso um Noten und Töne. Gut, dass die meisten Teilnehmer auch ein Instrument spielen.

 

NEUBRANDENBURG. Was der Komponist Ludwig van Beethoven und Lady Gaga gemeinsam haben? Zwölf Töne, aus denen ihre Musik "gebaut" ist. Diese zwölf Töne ergeben eine riesige Zahl von Kombinationsmöglichkeiten. So viele, wie es Sterne im Universum gibt? Musiker Stefan Malzew schreibt Zahlen und Formeln, an die Tafel, Mathe-Professor Gerd Teschke hat eine Gitarre mit in den Seminarraum gebracht. Keine verkehrte Welt, sondern der Mathe-Campus "Mathe meets Music" für mathematisch begabte Schüler vom Neubrandenburger Einstein-Gymnasium.

 

Das Angebot Mathe-Campus gibt es bereits seit 2007, erklärt Gerd Teschke. Besonders interessierte Siebtklässler bekommen dabei Möglichkeit, sich mit mathematischen Fragen zu beschäftigen, für die im normalen Unterricht meist für keine Zeit bleibt. Diesmal geht es eben um die Verbindung von Mathematik und Musik. "Den Anstoß dafür gab ein Projekt, des Musikers Stefan Malzew mit Grundschulen der Stadt Neubrandenburg", erklärt der Professor. Malzew findet, dass Musik an den Grundschulen oft stiefmütterlich behandelt werde. Zwar werde überall Musik gedudelt, aber das Basiswissen gehe verloren, befürchtet er. Deshalb will Malzew in die Grundschulen gehen, den Kindern die Freude an Musik erlebbar und Musik begreifbar machen.

 

Er hat dafür zum Beispiel ein System aus bunten Tonschritt-Bauklötzchen und einen Hüpfteppich mit Tonschritten entwickelt. Die Siebtklässler beim Mathe Campus probieren das gleich aus. Die Idee kommt an -und Malzew möchte mit Teschke und den Gymnasiasten weitere Spiele, Aufgaben, anschauliche Erklärungsmodelle für die Kleinen testen und entwickeln. Lieselotte und Pauline, beide 12, muss er dazu gar nicht lange überreden. "Finde ich gut. Das kriegen wir hin", meint Pauline, schließlich sei die eigene Grundschulzeit ja noch nicht solange her. Und Lieselotte betont, dass fast alle der neun Teilnehmer auch ein Instrument spielen, Klavier, Keyboard oder Gitarre. "Das passt", sagt sie.

 

Aber zunächst einmal tauchen die Mathe Asse selbst mit Gerd Teschke ein in die berechenbare Welt der Musik. Mit der Gitarre hören, schätzen, rechnen sie aus, wie die Tonhöhe von der Länge der schwingenden Saite abhängig ist. So haben sie Musik noch nie betrachtet.

 

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