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Kurzgeschichte: Farbspritzer auf Bahngleisen

Während ich mich in meinem Zimmer umsah, mein Blick über die leeren unpersönlichen Wände streifte, regten mich Menschen auf. Sie wollten, dass man eine Meinung hat, aber hatte man dann eine, war das natürlich auch falsch, weil „das ist die falsche Meinung“, weil „man muss sich ja nicht über alles aufregen“, weil „der Klügere gibt nach, aber willst du heute nicht mal der Klügere sein?

Bei Dingen war das anders, mein Computer schrie nicht zurück, wenn ich ihn anschrie, nur ab und an blinkte die Warnung über den Bildschirm: „Das Beschädigen der Hardware trägt nicht zum Beschleunigen der Software bei.“ Einen Hinweis, den ich mir im Übrigen selber eingerichtet hatte.

Ich ging nach draußen, während die Wände meines Zimmers immer noch erschreckend leer waren und der PC weiterhin nicht tat, was ich wollte.

 Er lehnte an der Hausecke. Auch er verstand die Menschen nicht, weil sie ihn enttäuscht hatten, ihn enttäuscht hatten, als sie Trump wählten oder Hitler nicht stürzten, bei ihm klang das wie ein und das selbe. Sowieso war er gegen alles: Presse, Rechte, Linke, Kinderschänder, Populisten, die ganze Palette. Ich sagte nichts dagegen, Menschen wollten keine Meinungen hören, er fragte auch nie danach.

Und so folgte ich ihm. Er in weiter bunter Hose,  schwarze Lederjacke, abrasiertes Haar, Totenkopf auf dem Rücken, der sich mit den Peacezeichen, die um seine Beine wehten, einen ungleichen Kampf lieferte. Widersprüche. Seine einzige Waffe gegen die Welt, die ihn nicht zu verstehen schien. Mich eingeschlossen, ich verstand ihn auch nicht, aber manchmal musste man sich nicht verstehen, nur da sein, zusehen, lauschen. Ob wir Freunde waren? Das fragte ich nie. Die Antwort wäre „nein“ gewesen. Wir waren nur Züge auf unterschiedlichen Gleisen, die nebeneinander fuhren, aber wüssten, dass hinter jeder Kurve die Abzweigung kommen konnte, die wir weder herbeisehnten noch  uns vor ihr fürchteten.

„Worte könnten die Welt verändern“, sagte er immer. Aber die Welt hatte verlernt zuzuhören, dachte ich, sagte nichts, er hätte nicht zugehört.

Wir setzten uns an einen kleinen See, Strümpfe aus, Füße ins Nass. Er war eh barfuß. Er ließ Steine übers Wasser hüpfen, ich ließ meine Gedanken springen. Dann begann er zu schimpfen, auf die Schule, seine Eltern, Putin, den dritten Weltkrieg, rauchende Kinder, alles was die Welt bewegte. Die Steine hüpften längst nicht mehr so weit, das Wasser spritzte höher, sie sanken nur noch auf den Grund. Er beschränkte sich darauf, sie hinein zuwerfen. Ich ließ ihn schreien. Es tat ihm gut. Er verfluchte die Welt, Fußball-Rowdys, die Ungleichheit, Sozialisten, Kapitalisten, Nordkorea und seine Mathelehrerin, wegen der er von der Schule fliegen würde. Ich schwieg, starrte auf den flachen Stein in meiner Hand, schleuderte ihn ins Wasser, anstatt zu sagen, dass die Mathelehrerin nichts dafür kann, dass er hier saß und schrie, anstatt Zahlenkolonnen zu entschlüsseln.

Als es dunkel wurde, kramte er die Farbflaschen und Taschenlampen aus einem Gebüsch-einzige Waffe in der Hand- Kapuze über,  als Opfer: das neue Jugendzentrum.  Die Wände waren weiß und unberührt, noch unbeschriebene Seiten – Rohstoff eines unbekannten  Künstlers. „Rauchen kann tödlich sein!“ schrieb er an die Wand. Zog irgendwann eine Zigarette aus der Tasche, reichte mir auch eine, ich sagte nicht, dass ich nicht rauche, blickte nur an die riesigen roten Worte an der Wand, sah ihn fragend an, nahm einen Zug. Das war seine Form von Kunst, seine Rebellion, seine bessere Welt. Dann weiter im Text, Worte schreiben, Frieden malen, Gedichte, Bilder, alles was leicht von der Hand ging. Wir sprachen kein Wort, ließen unsere bunten Hände für uns reden. Kämpften, ohne einen Gegner zu haben, wussten nicht, ob wir gewonnen hatten.

Am nächsten Morgen nahm man mich auf die Polizeiwache. Ihn hatten sie aus der Familie genommen – Drogen, Schulstress, unfähige Eltern, Sachbeschädigung. Man sah mir tief in die Augen, es roch nach Schweiß und Lügen: „Du warst doch sicher nicht dabei. Gestern Abend?“, fragten sie. „Ich? Nein. Was ist denn passiert?“, die Beamten nickten – keiner wollte gegensätzliche Meinungen hören. Hinter der nächsten Kurve würde es nur noch ein Gleis geben, für einen Zug. So war es immer. Ich hatte die Welt längst durchschaut.

 

                                                                                                                                                                                          Schülerarbeit Klasse 11

 

Erlebnisbericht Rhetorikwettbewerb

Rhetorik – die Kunst der Rede. Der Rhetorikwettbewerb der Schule bietet Schülern der Klassenstufe 11 eine Bühne, über die Themen zu sprechen, die sie beschäftigen. 13:30, Dienstag, 09.01.2018. Anspannung, in wenigen Minuten soll man eine Jury von seiner Rede überzeugen. Nach vorne gehen,ins Publikum sehen, zu reden beginnen. 13:50, dann ist es vorbei, die Spannung und die Angst machen Euphorie Platz und der Erkenntnis,  vor Menschen zu sprechen ist nicht nur Plicht oder Kunst, es macht in erster Linie Spaß. 14:20 Ich bin erster geworden, habe den Schulwettbewerb gewonnen und kann nun am Rhetorikwettbewerb des Rotaryclubs Neubrandenburg teilnehmen.

Könnte zumindest. Der Wettbewerb findet in zwölf Tagen statt, sehr wenig Zeit, denn konkret bedeutet die Teilnahme: eine neue Rede schreiben, sie beinahe auswendig lernen und an Stimme, Mimik und Gestik feilen. Während die Themen für den Schulwettbewerb frei zu wählen sind, legen die Rotarier drei Problematiken fest, von denen man sich mit einer beschäftigen soll. Das Thema meiner Schulwettbewerbsrede ist keines der vorgegebenen – das heißt viel Arbeit.

Trotzdem sage ich zu. Wenige der Gründe: Eine Rede halten ist auch immer eine Chance, sich mit Themen und Problemen auseinanderzusetzen, die sonst im eigenen Leben weniger eine Rolle spielen; eine Möglichkeit, eine eigene Meinung zu einer Fragestellung unserer Zeit zu entwickeln oder auch eine Meinung zu vertreten, die man schon immer hatte, nach der aber nie jemand gefragt hat. Außerdem macht das Spiel mit Worten Spaß, bei dem man jede Formulierung und jede Betonung an der richtigen Stelle setzen muss, um die geplante Wirkung zu erzielen. Und: man kann an seine Grenzen gehen. Ich für meinen Teil bin eher schüchtern, daran will ich arbeiten, eine Rede vor Publikum ist ein wunderbarer Anlass, sich auszuprobieren.

Also stehe ich  vor der Qual der Wahl. Die drei Themen:

•             Meinungsfreiheit und Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Zensur und Selbstzensur? (Heiko Maas‘             Gesetz gegen Hetze im Internet)

•             Wie weit reicht der Dienst am Menschen? – Die Entscheidung des Mediziners im Grenzfall      des assistierten Suizids

•             Was ich an Schule ändern würde…

Nach einiger Recherche entscheide ich mich für das erste. Meine Deutschlehrerin – Frau Nitzsche – bittet mich darum, möglichst bald eine Rede zu erstellen, mit der sie arbeiten kann. Ich muss mich beeilen, kein leichtes Unterfangen, unter Zeitdruck eine Rede zu schreiben, vor allem zu einem Thema, das zwar interessant ist, aber von dem ich anfangs reichlich wenig Ahnung hatte. Am Freitag ist es dann soweit, ein erster Entwurf steht, entstanden in der kurzen Spanne von Dienstag, dem Tag des Schulwettbewerbs, bis zum Ende der Woche.

Entsprechend schlecht ist der Text auch. Es muss noch viel konkretisiert, gekürzt und inhaltlich verstärkt werden. Zwischendurch bin ich in den Nominalstil verfallen, der Untergang einer Rede. Noch zehn Tage bis zum Wettbewerb.

Das Wochenende verliert sich in Schulaufgaben, sodass ich keine weitere Minute auf die Rede verwende. Am Montag bekomme ich ein Feedback von meiner Lehrerin, die mich auf die Schwächen des Textes explizit hinweist.

Ich weiß gar nicht so genau, wie ich bis zum nächsten Freitag zu einer Rede kam, mit der ich einverstanden war, ich weiß nur, dass sie irgendwann Hand und Fuß hatte. Verschiedene Freunde standen mir bei, diskutierten mit mir über einzelne Formulierungen und trieben die Rede in die richtige Richtung.

Pünktlich am Freitag halte ich die Rede vor meiner Klasse oder lese sie zumindest vor. Ein neues Problem tut sich auf. Ich brauche zehn Minuten, wenn ich etwas ruhiger gesprochen hätte, wären es sogar elf geworden. Was tun? Kürzen heiß die Devise, aber nichts ist schlimmer als einen Text zu kürzen mit dem man zufrieden ist. Das Wochenende mache ich nichts anderes als jedes Wort einzeln abzuwiegen. Streiche am Ende 150 von 1300, eine minimale Ausbeute.

Am Sonntagabend erfahre ich durch einen Zufall, was ich sonst gar nicht mitbekommen hätte. Durch den Busfahrerstreik fallen Verbindungen zwischen Waren, meiner Heimatstadt, und Neubrandenburg aus. Mein Bus fährt in der Früh nicht und so verpasse ich einen Tag Schule. Montag – der Tag des Rhetorikwettbewerbs. Ein geschenkter Vormittag. Langsam werde ich nervös. Zum tausendsten Mal spreche ich meine Rede vor dem Spiegel durch, versuche auf die einzelnen Worte, auf jede Geste zu achten und kann den Text irgendwann beinahe auswendig. Nur ruhiger werde ich dadurch nicht.

Meine Eltern fahren mich nach Neustrelitz. Am Carolinum, dem Neustrelitzer Gymnasium findet der Wettbewerb statt. Wir sind eine halbe Stunde zu früh. Acht Redner werden ihre Beiträge halten, wir ziehen Startnummern, ich bekomme die 5 -der erste Beitrag nach der Pause. Den ersten vier Reden lausche ich voller Anspannung, bin nach der vierten Rede komplett eingeschüchtert. Drei Redner beschäftigen sich mit meinem Thema, drei Redner die eine gegenteilige Meinung von der meinen vertreten. Sicher gibt es keine richtigen und falschen Meinungen dennoch, sind es argumentativ sehr starke Reden, voller Satire und Spott und mit einem gewissen Maß an Arroganz vorgetragen, der Wunderbar zu dem Stil der Reden passte.

In der Pause gehe ich in der fremden Aula auf und nieder. Weiß nicht, wie ich in wenigen Minuten meine Rede halten soll. Als schon eine Glocke die Pause beendet und mein Name fällt.

Ich erinnere mich nicht mehr an viel von dem, was auf der Bühne geschehen ist. Nur, dass es sich richtig angefühlt hat, dass ich vor den Menschen eine Ruhe fand, die ich zuvor nicht hatte und ich freudestrahlend wieder zurück kam, das weiß ich. Ich habe die Zeit weit überzogen, aber das war es wert, jedes Wort der Rede war wichtig gewesen. Meine Mühe wird mit einen dritten Platz belohnt.

Ich würde im Nachhinein gerne sagen, ich hätte nie Angst davor gehabt, vor Menschen zu reden, ich hätte immer daran gedacht, dass das, was meine Rede aussagt relevant und richtig ist. Aber das ist nicht wahr. Manchen fällt es leichter vor Publikum zu sprechen, anderen schwerer, aber die Erfahrungen die man mitnimmt sind es in jedem Fall wert. Deshalb möchte ich jeden ermutigen, der mit dem Gedanken spielt an diesem Wettbewerb teilzunehmen, aufzuhören nur damit zu spielen und es einfach zu tun. Jeder der gerne redet, Worte zu Sätzen puzzelt oder eine Meinung hat. Der Rhetorikwettbewerb lebt von eurer Teilnahme!

Der Retorikwettbewerb 2018

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.

 

So formulierte es einst der englische Schriftsteller Samuel Johnson (1709-1784) und verdeutlicht damit, wie wichtig es ist, sich gut ausdrücken zu können, um die eigene Meinung zu vertreten. Deshalb ist die „Kunst der Rhetorik“ auch Thema im Deutschunterricht der Klasse 11.

Wer diese Kunst am besten beherrscht, konnte sich am 9. Januar 2018 in unserer Aula beweisen. Der alljährliche Rhetorikwettbewerb steht allen Elftklässlern offen, die sich in ihren Deutsch-Kursen für die Schulrunde qualifizieren können. Dieses Jahr hatten dort die drei jungen Rednerinnen Nele Franz, Alina Sulfrian und Pauline Weigel den Mut, sich den kritischen Ohren ihrer Mitschüler und der Jury, bestehend aus drei Zwölftklässlern, zu stellen. Gar nicht so einfach, die beste Rede zu bestim­men – waren es doch drei sehr überzeugende Ausführungen zu den Themen Freundschaft, Rechts­populismus und LARP (Life Action Role Play) als pädagogisches Mittel.

Nach einem kurzen Feedback der Jury stand schließlich Pauline mit ihrer Rede zu LARP als Siegerin fest. Damit konnte sie sich für die nächste Runde des Wettbewerbs, den Regionalwettbewerb in Neustrelitz am 22. Januar 2018, qualifizieren. Hier traf sie erneut auf starke Konkurrenten, u.a. vom Sportgymnasium, Lessinggymnasium oder auch Carolinum Neustrelitz, die Reden zu den folgenden Themen hielten:

·         Meinungsfreiheit und Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Zensur und Selbstzensur? (Heiko Maas‘ Gesetz gegen Hetze im Internet)

·         Wie weit reicht der Dienst am Menschen? – Die Entscheidung des Mediziners im Grenzfall des assistierten Suizids

·         Was ich an Schule ändern würde…

Auch in diesem Teilnehmerfeld bewies Pauline ihr rhetorisches Talent und belegte einen hervorra­genden dritten Platz. Grund genug, sie zu ihrem Erfolgsrezept zu befragen:
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Hallo, Pauline, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner herausragenden Leistung beim dies­jährigen Rhetorikwettbewerb!
Natürlich haben wir bei deiner Rede gut zugehört, aberkönntest du bitte nochmal erklären, was LARP genau ist und wie du auf dieses Thema gekommen bist?

Klar. LARP ist die Abkürzung für Life Action Role Play, also eine Art Rollenspiel, das man sich ähnlich wie ein Improvisationstheater vorstellen kann. Im Rahmen eines sogenannten „Events“ schlüpft man dabei in eine selbst ausgedachte Rolle, verkleidet sich und taucht in ferne Welten ein. Im Vorfeld denkt sich der Veranstalter eine Geschichte aus und lenkt diese während des Events durch fest vor­geschriebene zentrale Charaktere, beispielsweise stellen Statisten feindliche Heere dar oder geben wichtige Informationen an die Spieler weiter. So ist es für jeden Mitspieler möglich, Abenteuer zu erleben und Rätsel zu lösen, die es im echten Leben niemals geben würde!
Als Thema habe ich LARP ausgewählt, weil es mein eigenes Hobby ist und ich meine Erfahrung und Begeisterung von zwei größeren Events, bei denen ich bereits mitgemacht habe, weitertragen wollte.

Durch den Sieg bei der Schulrunde konntest du dich ja für den Regionalwettbewerb qualifizieren. Welches Thema hast du für deine Rede gewählt? Und welche Eindrücke nimmst du von diesem Tag mit?

Ich habe mich für das Thema zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz entschieden, da ich es von allen Themen, die zur Auswahl standen, am spannendsten fand.
Mein Eindruck vom Regionalwettbewerb ist sehr positiv, er wird mir bestimmt in guter Erinnerung bleiben. Ich habe sieben tolle Menschen erlebt, die sieben sehr hochwertige Reden gehalten haben, die mir beim einen oder anderen Thema auch neue Denkanstöße geben konnten. Ich habe festgestellt, dass der Wettbewerb jungen Menschen eine Bühne bietet, die sie auch gerne einneh­men, denn auch junge Menschen haben eine Meinung zu aktuellen Themen und können diese sehr gut artikulieren. Außerdem habe ich gemerkt, dass auch ich selbst in der Lage bin, auf einer Bühne zu stehen und ein Publikum zu fesseln, was ich vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Hast du Tipps für zukünftige Teilnehmer? Wie bereitet man sich am besten auf den Rhetorikwett­bewerb vor?

Am wichtigsten ist es zunächst, sich mit einem Thema sehr intensiv auseinanderzusetzen und eine eigene Meinung zu entwickeln, denn nur so kann die Rede später wirklich überzeugend wirken. Erst, wenn ihr der Aussage „Ja, ich habe etwas zu sagen!“ wirklich zustimmt, solltet ihr beginnen, die Rede zu schreiben. Danach ist es wichtig, die Rede sehr oft durchzusprechen. Mir hat das ge­holfen, trotz der Nervosität beim Wettbewerb ruhig zu bleiben, da ich sicher im Text stand. Außer­dem sollte man schon im Vorfeld Ideen zur Betonung entwickeln, da diese entscheidend dafür ist, welche Wirkung die Rede schließlich beim Publikum erzielt. Im Endeffekt halte ich drei Dinge für be­sonders bedeutsam: die Erkenntnis, dass jeder beim Wettbewerb etwas zu sagen hat, das Überwin­den der Angst, auf einer Bühne zu stehen und vor allem immer einfach locker und entspannt zu bleiben.
Probiert es einfach aus und traut euch, ein Wettbewerb lebt ja immer von reger Beteiligung!

Vielen Dank für dein Interview!
Vielleicht haben diese letzten Worte auch zukünftige Elftklässler dazu angeregt, sich in den näch­sten Jahren der Herausforderung zu stellen, am Rhetorikwettbewerb teilzunehmen.
__________________________________________________________________________________Die Finalisten beim Regionalwettbewerb am Carolinum Neustrelitz, Pauline als Dritte von rechts in der ersten Reihe (Quelle: https://www.carolinum.de/schulalltag/rhetorikwettbewerb-2018/)

Die Finalisten beim Regionalwettbewerb am Carolinum Neustrelitz, Pauline als Dritte von rechts in der ersten Reihe
(Quelle:
https://www.carolinum.de/schulalltag/rhetorikwettbewerb-2018/)

Die Olympischen Winterspiele 2018

 

Wenn ganze Nationen aus aller Welt gebannt vor dem Fernseher sitzen, um ihr Team anzufeuern und sie vor lauter Spannung nichts mehr auf ihren Sitzen hält, läuft entweder gerade die Fußballweltmeisterschaft oder es ist wieder einmal Zeit für die Olympischen Spiele.

Vom 9. Februar bis zum 25. Februar 2018 hielt die ganze Welt den Atem an, als ihre Spitzenkandidaten in Pyeongchang um die heiß begehrten Medaillen kämpften. Am Ende schnitt Norwegen mit insgesamt 39 Medaillen am besten ab. Dicht gefolgt von dem deutschen Team, das zwar wie die Norweger 14 goldene, aber leider nur 10 statt 14 silberne Medaillen gewann. Kanada erkämpfte sich 11 goldene Medaillen und ist damit insgesamt auf dem dritten Platz gelandet.

Mit oftmals mehr als 30% Marktanteil sprechen die Einschaltquoten der ARD und des ZDF für die Spiele und zeigen, dass selbst nach fast 100 Jahren die Begeisterung nicht nachgelassen hat. Nun geht es bei einem so großen Event nie nur um den Sport. Natürlich wollte Südkorea zeigen, dass es ein großartiges und modernes Land ist. Auch

 

viele politische Ereignisse begleiteten die Wettkämpfe.

Wie zum Beispiel, dass Kim Yo-jong, die Schwester vom nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un, dem Präsidenten von Südkorea Moon Jae, die Hand schüttelte und es erstmals seit 1948 eine gemeinsame Mannschaft gab. Durch diese Gesten gibt es nun Anlass zur Hoffnung, dass sich der Korea- Konflikt etwas entschärft und es zwischen den beiden Staaten weitestgehend friedlich bleibt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Olympischen Spiele ist natürlich die Eröffnungsfeier und das damit verbundene Entfachen des olympischen Feuers. Diese Flamme darf während der Spiele nicht erlöschen, denn während die Fackel brennt, sollen alle Völker ihre Streitigkeiten ruhen lassen, so dass der Fokus auf eine friedliche Durchführung der sportlichen Wettkämpfe gelegt werden kann. Aber das Entfachen des Feuers war nicht das einzige Highlight dieses Abends, auch die Showeinlagen, die die Geschichte Südkoreas mit Hilfe alter und neuer Techniken erzählten und dabei von traditioneller und moderner Musik begleitet wurden, waren beeindruckend, wenn auch für uns Europäer manchmal etwas ungewöhnlich. Auch der Einmarsch der Athleten war wieder ein besonderer Moment. Angeführt von den griechischen Sportlern, die als Ursprungsland der Spiele als erstes Einlaufen durften, folgten die anderen Nationen nach dem südkoreanischen Alphabet geordnet, ehe sie auf der Tribüne Platz nahmen, um den weiteren Verlauf zu betrachten.

Die Krönung aber waren die 1200 Drohnen, die den Nachthimmel über dem Olympiastadion erleuchteten und die olympischen Ringe wie Sterne funkeln ließen. Dieses beeindruckende Schauspiel gab es noch nie in solch einer Größenordnung, wofür es einen offiziellen Weltrekord gab.  Auch die Abschlussfeier, bei der die olympische Fackel gelöscht und die Spiele offiziell für beendet erklärt wurden, war beeindruckend. So wurde erneut ein wilder, aber gelungener Mix aus Tradition und Moderne präsentiert. Dieser Kontrast machte sich besonders in der Musik bemerkbar. Auch Drohnen kamen wieder zum Einsatz und sorgten erneut für Erstaunen.

Durch diese beeindruckenden Bilder hätte man die Olympischen Spiele auch für eine Technikmesse halten können, bei der die neusten Technologien und Entwicklungen präsentiert werden. So wurde dieses Jahr die sogenannte 5G-Technologie eingesetzt, die einen weiteren Meilenstein in der Vernetzung und Weiterentwicklung der Technologie markiert. Auch die Kamerabilder waren besonders hochauflösend. Aber das ist nicht die einzige Besonderheit. Auch 360 Grad Kameras wurden eingesetzt, sodass der Zuschauer zu Hause noch näher mit dabei sein konnte. Zusätzlich entwickelte man eine völlig neue Kamera, die zum Beispiel beim Biathlon eingesetzt wurde und nicht wie üblich neben den Sportlern herfährt, sondern an Seilen befestigt war und so den Boden nicht berühren musste, weshalb sie auch die Bahnen kreuzen konnte.

Man kann also sagen, dass Südkorea seinen Titel als eines der modernsten Länder gut verteidigt hat und durch die Winterspiele der ganzen Welt zeigen konnte, was alles in diesem kleinen Land steckt.

Die 23igsten Olympischen Winterspiele haben sich jetzt schon in das kollektive Sportgedächtnis der Weltbevölkerung gebrannt und neue Maßstäbe gesetzt. Bleibt nur zu hoffen, dass die nächsten Sommerspiele in Tokio 2020 und die Winterspiele 2022 in Peking genauso erfolgreich werden.  

 

 

 

Quelle: https://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/17730/stehen-die-farben-der-fuenf-olympischen-ringe-fuer-bestimmte-kontinente/

 

 

Praktikum der neunten Klassen

 

Wie jedes Jahr stand natürlich auch in diesem für die neunten Klassen unserer Schule das Schülerbetriebspraktikum im Rahmen des AWT-Unterrichts auf dem Programm.

Vom 13.11.-24.11.2017 haben die Schüler als Praktikanten in dem von ihnen ausgewählten Betrieb den Berufsalltag kennengelernt und viele Erfahrungen gesammelt.

Einige von diesen werden wir hier mit euch teilen und euch vielleicht auch Anregungen geben, wo ihr euer Praktikum machen könntet, falls es euch noch bevorsteht.

 

Hochschule Neubrandenburg (als Student/in)

„Ich habe mein Schülerpraktikum an der HS Neubrandenburg absolviert und es hat mir sehr gut gefallen, da fast alle meine Erwartungen erfüllt wurden. Man hat über die Zeit den Studienalltag kennengelernt, wozu allerdings auch einige Vorlesungen gehörten, die nicht ganz so interessant oder verständlich waren, was mir im Vorfeld schon bewusst war.

Ich fand es auch sehr gut, dass wir nicht alleine, sondern mit anderen Schülern des AEG in die Seminare und Vorlesungen gegangen sind.

Was ich allerdings nicht so gut fand, war, dass viele Vorlesungen ausgefallen sind und manche deshalb gar nicht den Studiengang hatten, den sie gewählt hatten.“

 

Lichthof Fotostudio

„Ich habe mein Praktikum im Lichthof Fotostudio verbracht, wo ich einen sehr guten Einblick in das Berufsleben eines Fotografen bekommen und auch viel Neues über das Fotografieren gelernt habe. Zum Beispiel habe ich bei Fotoshootings assistiert, Kunden empfangen oder Anrufe angenommen. Außerdem habe ich gelernt, wie man Porträtaufnahmen bearbeitet, wie man bei einem Fotoshooting die Belichtung setzt und wie man ein Foto interessant arrangieren kann.

Allgemein haben mir die zwei Wochen dort sehr gut gefallen, da ich, wie gesagt, viel Wichtiges dazugelernt habe und das Arbeitsklima im Fotostudio auch sehr angenehm und locker fand.“

 

Burg Penzlin

„Ich habe mein Praktikum in der Burg Penzlin oder auch Kulturgeschichtliches Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgungen in Mecklenburg absolviert. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, weil ich in alle Bereiche des Alltags dort mit eingebunden wurde. Ich durfte sogar ein eigenes Projekt mit Schülern durchführen und mich um einige Kunden kümmern. Auch bei der Ideenfindung und Umsetzung von neuen Projekten konnte ich mitreden.

Die Mitarbeiter der Burg waren alle sehr nett und haben mich herzlich aufgenommen. Am liebsten wäre ich noch ein paar Wochen dort geblieben.“

 

Leea – Landeszentrum für erneuerbare Energien

„Ich habe während des Praktikums im Leea in alle Abteilungen hineinschauen können und Aufgaben erfüllt, wobei mir die Arbeit im Marketing-Bereich am besten gefallen hat. Dort musste ich eine Diashow erarbeiten und Mediadaten für das nächste Jahr heraussuchen.

Die Mitarbeiter waren alle sehr nett und freundlich und haben sich Fragen meinerseits angenommen. Mein Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich empfehle das Leea für jeden Praktikanten weiter.“

 

Kinderarztpraxis

„Viele haben mich gefragt, warum ich ausgerechnet beim Kinderarzt mein Praktikum gemacht habe. I

 Weinende und kranke Kinder, die andauernd Spritzen bekommen, sei ja nicht gerade eine schöne Atmosphäre, haben viele gesagt. Doch das ist jedermanns eigene Ansicht. Ich wollte gerne etwas mit Kindern machen und ihnen helfen. Und wo geht das besser als beim Kinderarzt?

Mein Praktikum hat mir viel Spaß und Freude bereitet, auch wenn nicht immer alle Aufgaben sehr prickelnd waren. Ich denke da zum Beispiel an das Auswerten von Urin-Proben.

Im Großen und Ganzen hat mir das Praktikum ganz neue Seiten gezeigt, so dass ich mir nun über meine Berufswahl oder zumindest über meinen zukünftigen Studiengang Medizin sicher bin.“

 

Berufsfeuerwehr

„Ich war mit meinem Schülerbetriebspraktikum bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Neuendorf (Wulkenzin) sehr zufrieden.

Ich wurde in alle Abteilungen eingewiesen und allgemein als Praktikant sehr gut aufgenommen. Es herrschte ein angenehmes Arbeitsklima, weshalb es sehr viel Spaß gemacht hat, dort zwei Wochen zu arbeiten.

Da ich vorher schon ein großes feuertechnisches Interesse besessen habe, gelang es mir gut, mich in die Arbeitsabläufe zu integrieren.

Im Endeffekt war mein Praktikum sehr aufschlussreich und ich kann mir gut vorstellen, dort später einmal richtig zu arbeiten.“