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Was ist der Christopher Street Day?

 

Vielleicht haben einige von euch die Regenbogenflaggen vor dem Neubrandenburger Bahnhof bemerkt, die dort vom 19. bis 24. August im Wind flatterten. Der Anlass für diese Aktion war die CSD-Woche, in deren Rahmen Toleranz und Liebe gefeiert wurden. Doch wofür steht CSD überhaupt?

 

Der Christopher Street Day, kurz CSD, ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag der LGBTQ+ Community. Also all derer, die homosexuell, bisexuell, pansexuell, Transgender oder auch asexuell sind. Einfacher gesagt, verleiht dieser Tag allen nicht „normalen“ Menschen eine Stimme und bietet ihnen einen Ort und eine Plattform, auf der sie sich selber feiern und für ihre Rechte kämpfen können.

 

Benannt wurde der CSD nach einem Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street.  Die Straße war bekannt für ihre Bars und Clubs, deren Kunden hauptsächlich aus der LGBTQ+ Community stammten. Über Jahre hinweg führte die New Yorker Polizei deswegen willkürliche und ungerechtfertigte Razzien durch und vor allem Afroamerikaner und solche mit lateinamerikanischem Hintergrund wurden schikaniert und misshandelt. Am Morgen des 28.Juni 1969 fand deshalb in der Stonewall Inn Bar der sogenannte Stonewall Aufstand statt. Dies war der Auftakt für tagelange Straßenschlachten mit der Polizei. Im Andenken an den ersten Jahrestag dieses Ereignisses wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet. Und seitdem wird der CSD jährlich in Form einer Parade durchgeführt und hat sich über die Jahre in der ganzen Welt verbreitet.

 

2018 fand der CSD zum ersten Mal in Neustrelitz statt und rund 400 Menschen erschienen, um ihre eigenen Rechte zu verteidigen, aber auch um Freude und Wohlwollen zu verbreiten. Bewaffnet mit Glitzer, bunten Flaggen und guter Laune zog der Trupp durch die Stadt und kam schließlich auf dem Schlossberg zum Stehen, um den Tag gemütlich mit Musik und Tanz ausklingen zu lassen.

 

 Nach dem erfolgreichen ersten Durchlauf kam der CSD dieses Jahr nach Neubrandenburg und bildete den Abschluss für die CSD-Woche. Dieses Mal erschienen deutlich mehr als 400 Leute. Nachdem unser Oberbürgermeister Silvio Witt eine Rede gehalten hatte und die in der Nacht zuvor gestohlenen Flaggen am Bahnhof durch neue ersetzt und gehisst w

 

urden, startete die Parade. Erst bewegte sie sich durch das Jahnviertel zur Rostocker Straße und anschließend auf den Ring zu, der extra für diese Veranstaltung gesperrt wurde. Über die Schulstraße ging es weiter zum Marktplatz, auf dem kurz Pause gemacht und Reden gehalten wurden. Zum Schluss versammelten sich alle am Friedländer Tor, an dem es auch dieses Mal wieder Musik und Unterhaltung gab. Organisiert wurde die ganze Sache unter dem Motto „Wir sind hier! Wir sind queer!“ von queerNB e.V.

Für die Zukunft ist geplant, den CSD abwechselnd in Neustrelitz und Neubrandenburg abzuhalten und so auch in den kommenden Jahren Liebe, Akzeptanz und Toleranz zu verbreiten und dafür zu kämpfen.