Navigation

Der erste Frankreich Austausch mit Nevers

Voller Vorfreude und Neugier standen neun Schüler unseres Gymnasiums am 5.4.2019 am Bahnsteig und warteten auf die Ankunft ganz besonderer Gäste. Vom 5.4 bis zum 12.4 hatten wir nämlich Besuch aus Frankreich, aus dem Lycée Raoul Follereau unserer Partnerstadt Nevers. Die Partnerschaft besteht schon seit Jahrzehnten, aber erst jetzt ist es gelungen, auch einen Schüleraustausch zu organisieren.

Die Gastschüler waren bei ihren deutschen Partnern zu Hause untergebracht und haben somit den deutschen Alltag und das deutsche Leben aus erster Hand miterlebt. Doch das war natürlich nicht alles. Die ganze Woche war vollgepackt mit Projekten und Ausflügen, sodass es definitiv nie langweilig wurde.

Gleich am ersten Tag, einem Samstag, trafen sich alle 21 Schüler am Regionalmuseum Neubrandenburg und machten sich von dort aus auf zu einem Stadtrundgang.  Da es mit der deutschen Sprache noch nicht ganz so gut klappte, fungierten die französischen als auch die deutschen Lehrer als Übersetzer. Nach einer einstündigen Mittagspause, in der unter anderem auch der Kulturfinger erklommen wurde, um die Stadt von oben zu bewundern, versammelten sich alle erneut, um kleine Ledertaschen zu basteln. Danach war der erste Tag bereits vorüber.

Der Sonntag war frei, damit innerhalb der Gastfamilien eigene Ausflüge unternommen werden konnten. Doch am Montag ging es dann als Gruppe auf Reisen. Das Ziel war Stralsund! Nach einer angenehmen Zugfahrt und einem kurzen Fußmarsch durch die Altstadt Stralsunds fanden sich alle im Ozeaneum wieder. Mit einem dreiseitigen Fragebogen voller französischer und deutscher Fragen bewaffnet, wurden die Schüler auf die Ausstellung losgelassen. Doch zur Überraschung der Franzosen war die Ausstellung lediglich auf Deutsch und Englisch, sodass ihre Austauschpartner mithilfe all ihrer vorhandenen Sprachkenntnisse und nicht selten auch mit Händen und Füßen übersetzen mussten. Nach eineinhalb Stunden, die bei Weitem nicht ausreichten, ging es dann weiter zu einer Stadtführung durch Stralsund. Die schöne Altstadt und die Kirchen haben dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Am Dienstag begleiteten die Franzosen ihre Austauschpartner in den Unterricht und lernten so unsere Schule und unseren Schulalltag kennen. Doch nach vier Stunden Unterricht stand gemeinsame Projektarbeit in der Bibliothek auf dem Plan. Das Thema war: Klischees und Vorurteile. Dabei zählten die Franzosen als auch die Deutschen auf, was sie mit dem jeweils anderen Land verbinden. So haben wir in Frankreich den Ruf als große, sportliche, faule, kartoffelfressende, Sandaletten und Socken tragende Europäer. Wohingegen die Franzosen das Vorurteil, Schnecken und Frösche zu essen, bestätigten. Nach diesem sehr informativen und amüsanten Austausch ging es nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa zum Sporttreiben in die Turnhalle. Zum großen Schock der Deutschen konnten unsere Gäste kein Volleyball spielen, was die Auswahl der zu spielenden Sportart natürlich sehr einschränkte. Doch zum Schluss einigte man sich auf Badminton, Tischtennis und nur ein kleines Volleyball Match zum Ende.

Am Mittwoch saßen alle wieder im Zug. Diesmal auf dem Weg nach Rostock. Dort wurde ein kleiner Abstecher nach Warnemünde gemacht und von dort aus ging es mit dem Boot zur Rostocker Innenstadt. Natürlich sind unsere Gäste nicht um ein traditionelles Fischbrötchen herumgekommen. Damit auch der Ausflug nach Rostock lehrreich wurde, gab es erneut eine Stadtführung, diesmal jedoch auf Französisch, was jedoch erstaunlich gut funktionierte.

Am Donnerstag rückte das Ende des Austausches bereits immer näher und nach erneutem Unterrichtsbesuch und Weiterarbeit an dem Projekt verließen alle die Schule, kamen jedoch um 18 Uhr wieder zum gemeinsamen Abschiedsessen in der Bibliothek zurück. Der Buffettisch war bis zum Überquellen gefüllt, da jeder Deutsche eine typisch deutsche Speise mitgebracht hatte. Bis um 21 Uhr aßen, tranken und unterhielten sich die Austauschteilnehmer und ließen so einen gelungenen, ersten Frankreichaustausch ausklingen.

Am Freitagmorgen stiegen die französischen Gastschüler bereits wieder in den Zug und machten sich auf die Heimreise. Das „Au revoir“ fiel nicht leicht, aber es wird nicht lange bis zum Wiedersehen dauern. Denn bereits im September werden sich die deutschen Schüler auf den Weg nach Nevers machen.