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Hamburg-Klassenfahrtziel und Musicalhauptstadt

Klassenfahrt! Die schönste Zeit im Schuljahr. Vom 25.3. bis zum 29.3 2019 war gefühlt die halbe Schülerschaft des AEG in die verschiedensten Ecken Deutschlands und sogar ins Ausland verstreut. Eines der Reiseziele war die Hansestadt Hamburg.

 

Mit rund 1,8 Millionen Einwohnern um ein Vielfaches größer und mit den zahlreichen, prunkvollen Gebäuden beeindruckender als Neubrandenburg ist Hamburg der perfekte Zielort für einen Ausflug. Ob man Hamburg bei Nacht vom Michel oder der Elbphilharmonie betrachtet oder sich die Hafenstadt bei Tag anschaut, überall gibt es etwas zu entdecken. Auch Museen, wie etwa das Auswanderungszentrum Ballinstadt, sind lohnenswerte Ziele. Doch am bekanntesten ist Hamburg vielen als die Musicalhauptstadt.                                                                                                                                                                                                         

Vor allem Disneymusicals werden in der Hansestadt mit großem Erfolg aufgeführt und begeistern Tausende von Zuschauern jedes Jahr. Der Liebling ist dabei ganz klar „König der Löwen“. Schon seit 20 Jahren begeistert das Stück mit seinen weltbekannten Liedern, fantastischen Kostümen und liebenswerten Charakteren. Doch zurzeit wird auch noch ein anderes Disneymusical in Hamburg aufgeführt, das den Qualitätstest unseren Schülern nach zu urteilen, definitiv bestanden hat. Es handelt sich um „Mary Poppins“.

 

Das erste Mal erschien Mary Poppins nicht als Musical, sondern als Buch. 1934 veröffentlichte die australische Schriftstellerin Pamela Lynwood Travers ihre erste Geschichte, in der es um ein magisches Kindermädchen geht, das den Kindern sowie den Eltern dabei hilft, ihre Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Im Laufe der Jahre erschienen noch sieben weitere Bücher, gefüllt mit einer Reihe von Kurzgeschichten.

 

Die meisten Menschen kennen Mary Poppins wahrscheinlich aus dem 1964 erschienenen Disney Klassiker, der den gleichen Titel trägt wie seine Heldin. Was weniger Menschen jedoch wissen, ist, dass Walt Disney fast 20 Jahre gebraucht hat, um P.L. Travers dazu zu überreden, ihm die Filmrechte für ihre Geschichten zu verkaufen. Doch das lange Warten hat sich gelohnt. Der Film wurde im Jahr 1965 für 13 Oscars nominiert und gewann fünf davon. Unter anderem ging der Oscar für die beste Hauptdarstellerin an Julie Andrews, die als Mary Poppins ihren ersten Film drehte.

 

Nach dem gigantischen Erfolg des Films hörte man jedoch lange Zeit nichts Neues von der zauberhaften Nanny. Erst im Dezember 2004, als der Film sein 40.-jähriges Jubiläum feierte, eröffnete das Musical am West End in London. Und auch hier gab es wieder mehrere Preise. Zwei Olivier Awards für die beste Darstellerin und für die beste Choreografie in einem Musical.  Zwei Jahre später schwebte Mary Poppins auch am Broadway über die Bühne. Dort wurden bis zur Schließung im März 2013 unvorstellbare 2.619 Vorstellungen gegeben.

 

2015 fand die Deutschlandpremiere am Ronacher Theater in Wien statt und im Februar 2018 kam „Mary Poppins“ dann auch nach Hamburg. Es gibt einige Unterschiede zum Film. So ist das Kindermädchen im Musical so wie in den Büchern viel strenger, teilweise auch gemeiner und gruseliger als im Film. Trotzdem begeistert das Stück gerade durch die cleveren Sprüche, die fantastische und energiegeladene Choreografie und die Magie, die auf der Bühne zum Leben erwacht. So zaubert Mary einen Spiegel, einen Hutständer und eine Zimmerpflanze aus ihrer scheinbar leeren Tasche und schwebt am Ende der Vorstellung mithilfe ihres Regenschirms über die Köpfe der begeisterten Zuschauer hinweg.

Bis Juni 2019 bleibt die magische Nanny noch in Hamburg. Doch dann dreht der Wind und sie wird sich auf den Weg zur nächsten Bühne machen.