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Film ab! - Die Welt der Filmmusik

 

Am 10.1.2019 machten sich mehrere Klassen der Stufen 9 und 10 auf den Weg zur Neubrandenburger Konzertkirche. Der Grund war der Besuch der Generalprobe für das 5. Philharmonische Konzert mit dem Titel: Film ab! Wie der Name schon andeutet, wurden ausschließlich Stücke gespielt, die für Filme komponiert wurden.

 

Filmmusik hat eine lange Tradition und hielt sogar schon vor dem Tonfilm Einzug in die Kinos. Als es die Möglichkeit des Aufnehmens von Stimmen parallel zum Drehen eines Filmes noch nicht gab, standen in den Kinosälen Klaviere, auf denen, passend zu den visuellen Eindrücken, die akustischen produziert wurden.   Für die reichen Kinobesucher entstanden sogar wahre Kinopaläste, in denen ganze Orchester mit bis zu 60 Musikern für die angemessene Stimmung sorgten. Damit die Musik auch zu dem Film passte, gab es sogenannte „Cue sheets“. Sie dienten als Orientierung für die Musiker und enthielten Stichpunkte, die auf eine bestimmte Emotion hindeuteten, die dann durch die Musik unterstrichen werden sollte. Dabei gab es jedoch selten speziell für den Film komponierte Musik, sondern Stücke, die immer nur ein wenig abgeändert wurden, sich im Grunde aber ähnlich waren.

 

Als dann der Tonfilm Mitte der 20iger Jahre Einzug in die Kinos hielt, wurde Musik nicht, wie heute, in den Hintergrund verbannt. Große Musical-Nummern und Gesangseinlagen kamen viel besser bei dem Publikum an.

 

Ab den 1930iger Jahren gab es ein neues Verfahren, das es ermöglichte, Ton und Bild auf einen Filmstreifen zu bringen. Musik wurde nun immer wichtiger und passte sich mehr und mehr an die Filme, für die sie geschrieben wurden, an, sodass man bald in der Lage war, Filme nur anhand ihrer Musik voneinander zu unterscheiden oder zu identifizieren. In vielen Animationsfilmen, wie zum Beispiel dem ersten abendfüllenden Animationsfilm „Schneewittchen“ von Disney, wurden oft Instrumente benutzt, um Soundeffekte zu erzeugen, und nicht wie heute extra dafür entwickelte oder bearbeitete Geräte.

 

Heute kennen wir alle den Soundtrack zu „ Fluch der Karibik“ oder,, Star Wars“ und die richtige Filmmusik ist genauso wichtig geworden wie die passenden Kostüme oder  gute Dialoge. Deshalb gibt es viele Konzerte, in denen diese Stücke geehrt werden. Dieses Jahr hat sich nun endlich auch unser Philharmonisches Orchester in Neubrandenburg dazu entschieden, den Versuch zu wagen. Normalerweise stehen dort nämlich andere Genres auf dem Programm. Die Veränderung scheint sich zu lohnen, denn selbst die Generalprobe war komplett ausverkauft und zog dieses Mal auch eine Menge junger Musikfans an.

 

Gestartet wurde das Konzert mit einem Stück aus einem fast vergessen Film aus den 30iger Jahren, gefolgt von der opulenten Musik aus dem 1959 erschienenen Film, Ben Hur“ . Nach einem kurzen Quiz über den berühmten Geheimagenten James Bond konnte das Publikum sich durch die charakteristische Musik selber in die Welt des Briten träumen. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit einem Ausflug nach Mittelerde mithilfe der von Howard Shore für die Herr der Ringe-Filme komponierten Musik. Den Abschluss machte einer der bekanntesten Soundtracks aller Zeiten: Star Wars. Danach war Schluss. Doch, weil es so schön war, ließen die Musiker sich erweichen und spielten die Musik, zu der Captain Jack Sparrow über die Weltmeere segelt. Hans Zimmers Komposition für die „Fluch der Karibik“- Reihe war das perfekte Ende.

 

Die Musik im Kino zu hören macht Spaß, doch sie live bei einem Konzert zu erleben, ist eine ganz neue Erfahrung und macht mindestens genauso viel Freude.