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Der Retorikwettbewerb 2018

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.

 

So formulierte es einst der englische Schriftsteller Samuel Johnson (1709-1784) und verdeutlicht damit, wie wichtig es ist, sich gut ausdrücken zu können, um die eigene Meinung zu vertreten. Deshalb ist die „Kunst der Rhetorik“ auch Thema im Deutschunterricht der Klasse 11.

Wer diese Kunst am besten beherrscht, konnte sich am 9. Januar 2018 in unserer Aula beweisen. Der alljährliche Rhetorikwettbewerb steht allen Elftklässlern offen, die sich in ihren Deutsch-Kursen für die Schulrunde qualifizieren können. Dieses Jahr hatten dort die drei jungen Rednerinnen Nele Franz, Alina Sulfrian und Pauline Weigel den Mut, sich den kritischen Ohren ihrer Mitschüler und der Jury, bestehend aus drei Zwölftklässlern, zu stellen. Gar nicht so einfach, die beste Rede zu bestim­men – waren es doch drei sehr überzeugende Ausführungen zu den Themen Freundschaft, Rechts­populismus und LARP (Life Action Role Play) als pädagogisches Mittel.

Nach einem kurzen Feedback der Jury stand schließlich Pauline mit ihrer Rede zu LARP als Siegerin fest. Damit konnte sie sich für die nächste Runde des Wettbewerbs, den Regionalwettbewerb in Neustrelitz am 22. Januar 2018, qualifizieren. Hier traf sie erneut auf starke Konkurrenten, u.a. vom Sportgymnasium, Lessinggymnasium oder auch Carolinum Neustrelitz, die Reden zu den folgenden Themen hielten:

·         Meinungsfreiheit und Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Zensur und Selbstzensur? (Heiko Maas‘ Gesetz gegen Hetze im Internet)

·         Wie weit reicht der Dienst am Menschen? – Die Entscheidung des Mediziners im Grenzfall des assistierten Suizids

·         Was ich an Schule ändern würde…

Auch in diesem Teilnehmerfeld bewies Pauline ihr rhetorisches Talent und belegte einen hervorra­genden dritten Platz. Grund genug, sie zu ihrem Erfolgsrezept zu befragen:
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Hallo, Pauline, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner herausragenden Leistung beim dies­jährigen Rhetorikwettbewerb!
Natürlich haben wir bei deiner Rede gut zugehört, aberkönntest du bitte nochmal erklären, was LARP genau ist und wie du auf dieses Thema gekommen bist?

Klar. LARP ist die Abkürzung für Life Action Role Play, also eine Art Rollenspiel, das man sich ähnlich wie ein Improvisationstheater vorstellen kann. Im Rahmen eines sogenannten „Events“ schlüpft man dabei in eine selbst ausgedachte Rolle, verkleidet sich und taucht in ferne Welten ein. Im Vorfeld denkt sich der Veranstalter eine Geschichte aus und lenkt diese während des Events durch fest vor­geschriebene zentrale Charaktere, beispielsweise stellen Statisten feindliche Heere dar oder geben wichtige Informationen an die Spieler weiter. So ist es für jeden Mitspieler möglich, Abenteuer zu erleben und Rätsel zu lösen, die es im echten Leben niemals geben würde!
Als Thema habe ich LARP ausgewählt, weil es mein eigenes Hobby ist und ich meine Erfahrung und Begeisterung von zwei größeren Events, bei denen ich bereits mitgemacht habe, weitertragen wollte.

Durch den Sieg bei der Schulrunde konntest du dich ja für den Regionalwettbewerb qualifizieren. Welches Thema hast du für deine Rede gewählt? Und welche Eindrücke nimmst du von diesem Tag mit?

Ich habe mich für das Thema zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz entschieden, da ich es von allen Themen, die zur Auswahl standen, am spannendsten fand.
Mein Eindruck vom Regionalwettbewerb ist sehr positiv, er wird mir bestimmt in guter Erinnerung bleiben. Ich habe sieben tolle Menschen erlebt, die sieben sehr hochwertige Reden gehalten haben, die mir beim einen oder anderen Thema auch neue Denkanstöße geben konnten. Ich habe festgestellt, dass der Wettbewerb jungen Menschen eine Bühne bietet, die sie auch gerne einneh­men, denn auch junge Menschen haben eine Meinung zu aktuellen Themen und können diese sehr gut artikulieren. Außerdem habe ich gemerkt, dass auch ich selbst in der Lage bin, auf einer Bühne zu stehen und ein Publikum zu fesseln, was ich vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Hast du Tipps für zukünftige Teilnehmer? Wie bereitet man sich am besten auf den Rhetorikwett­bewerb vor?

Am wichtigsten ist es zunächst, sich mit einem Thema sehr intensiv auseinanderzusetzen und eine eigene Meinung zu entwickeln, denn nur so kann die Rede später wirklich überzeugend wirken. Erst, wenn ihr der Aussage „Ja, ich habe etwas zu sagen!“ wirklich zustimmt, solltet ihr beginnen, die Rede zu schreiben. Danach ist es wichtig, die Rede sehr oft durchzusprechen. Mir hat das ge­holfen, trotz der Nervosität beim Wettbewerb ruhig zu bleiben, da ich sicher im Text stand. Außer­dem sollte man schon im Vorfeld Ideen zur Betonung entwickeln, da diese entscheidend dafür ist, welche Wirkung die Rede schließlich beim Publikum erzielt. Im Endeffekt halte ich drei Dinge für be­sonders bedeutsam: die Erkenntnis, dass jeder beim Wettbewerb etwas zu sagen hat, das Überwin­den der Angst, auf einer Bühne zu stehen und vor allem immer einfach locker und entspannt zu bleiben.
Probiert es einfach aus und traut euch, ein Wettbewerb lebt ja immer von reger Beteiligung!

Vielen Dank für dein Interview!
Vielleicht haben diese letzten Worte auch zukünftige Elftklässler dazu angeregt, sich in den näch­sten Jahren der Herausforderung zu stellen, am Rhetorikwettbewerb teilzunehmen.
__________________________________________________________________________________Die Finalisten beim Regionalwettbewerb am Carolinum Neustrelitz, Pauline als Dritte von rechts in der ersten Reihe (Quelle: https://www.carolinum.de/schulalltag/rhetorikwettbewerb-2018/)

Die Finalisten beim Regionalwettbewerb am Carolinum Neustrelitz, Pauline als Dritte von rechts in der ersten Reihe
(Quelle:
https://www.carolinum.de/schulalltag/rhetorikwettbewerb-2018/)