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Gedankenexperiment im Philosophieunterricht

Hallo, meine Freunde zu Hause,

 

ich bin gut auf dem Planeten Erde gelandet, aber ich muss mich hier erst an vieles gewöhnen, die Bewohner sind so anders als wir.

 

Hier nennen sich die Lebewesen, Menschen", sie sehengleich und doch nicht gleich aus, so wie wir. Manche haben eine dunkle Haut-ich glaube, so nennen sie es, und manche haben eine helle Haut. Auf dem Kopf tragen viele eine Kappe, sogar wenn es warm ist, sie nennen es ,,Haare".

 

Komisch ist, dass sie hier für ein Wort ganz viele Wörter haben, die alle das Gleiche meinen. Sie nennen dies Dialekt, z. B. bayrisch, hessisch oder plattdeutsch. Manche Laute verstehe ich überhaupt nicht.

 

Ich glaube, diese Menschen sind ganz okay, denn sie sind soweit nett zu mir. Sie geben mir etwas zu essen und zu trinken, doch sie essen manchmal ihre Haustiere und gehen im Gegensatz zu uns nur sehr selten zur Jagd. Das verstehe ich bei ihnen nicht. Wie kann man denn so etwas machen???? Ein Haustier hat man lieb, man kuschelt mit ihm und verzehrt es doch nicht! Ich würde nie mein Haustier verspeisen, dafür habe ich es viel zu lieb. 

 

Hier auf der Erde führen die Menschen auch Kriege, sie töten sich gegenseitig und bereichern sich am Hab und Gut der getöteten Menschen. Warum machen sie so etwas, man tötet doch nicht seine eigene Rasse, es sei denn, das Lebewesen ist krank, so wie wir es bei uns machen.

 

Die Menschen haben sehr viele Eigenarten, sie lachen, wenn sie lustig sind; aus den Augen kommt Wasser, wenn sie traurig sind, sie nennen es Tränen. Wenn manche wütend auf einen anderen sind, reden sie nicht mehr mit ihm.

 

Warum klären sie das nicht so wie wir? Wir reden miteinander. Wir sind doch froh und glücklich, uns zu haben, damit wir nicht so allein auf der Welt sind.

 

Ich habe hier sehr ungewöhnliche Dinge gesehen: Manche Menschen laufen und springen über Hindernisse, aber nicht, weil sie Angst haben und weglaufen. Sie hüpfen auch wie manche Tiere, das sieht witzig aus. Sie werfen Gegenstände durch die Luft, aber nicht, um zu jagen, sondern nur um zu sehen, wer am weitesten wirft. Sonderbar……

 

Sie laufen Kugeln hinterher und freuen sich, wenn sie ein viereckiges Brett treffen und die Kugel dann in einem Netz, das kaputt ist, landet, denn die Kugel fällt unten wieder heraus. Sie jubeln dann wie wild und springen hoch. Komisch, findet ihr nicht auch? 

 

Sie nennen das Ganze ,,Sport". Ich glaube, sie müssen sehr viel Langeweile haben, wenn sie so komische Sachen machen.

 

Oder sie sitzen herum und blättern in einem ,,Buch", sie nennen es, Lesen" und tun es, um sich zu ,,bilden" oder um Geschichten zu erfahren.

 

Manchmal aber sitzen Sie auch einfach nur herum und schauen, was die anderen so machen, und schimpfen dann noch über diese.

 

Mir erscheinen diese Menschen richtig verrückt: sie kaufen Unterkünfte und wohnen nicht darin, sie nennen es Ferienhaus, es steht monatelang leer und andere Menschen wohnen auf der Straße Warum dürfen diese armen Menschen nicht in diesen Unterkünften, die ja sowieso unbewohnt sind, wohnen?

 

 Sie bauen Obst und Gemüse an, viel mehr, als sie benötigen und vieles davon werfen sie dann weg. Das könnten sie ja auch den Menschen geben, die auf der Straße leben und sich nichts kaufen können.

 

 Und stellt euch das mal vor, einige Menschen baden und duschen täglich, obwohl sie wissen, dass an einem anderen Ort der Erde Menschen durstig sind. Für mich ist das Wasserverschwendung, denn andere verdursten und sterben daran. 

 

Zum Glück ist es bei uns anders, wir teilen alles- ob Unterkunft, Essen oder Trinken, bei uns werden alle Bewohner des Planeten gleichbehandelt.

 

Ja, diese Menschen haben sonderbare Eigenschaften, sie sind ganz anders als wir.

 

Deshalb bin ich froh, einer von uns zu sein. Wir achten und unterstützen uns gegenseitig, bei uns gibt es keine Unterschiede, denn wir sind alle gleich und schätzen und lieben uns.

 

Auch wenn die Menschen etwas sonderbar sind, ich will noch eine Weile bei ihnen bleiben, bevor ich wieder zu euch zurückkomme. Vielleicht lerne ich ja noch etwas von diesen Lebewesen hier, was uns auf unserem Planeten helfen kann.

 

Oder ich kann ihnen zeigen, wie man in Frieden miteinander lebt. Ich könnte ihnen auch zeigen, wie man seine Nahrung und Unterkunft mit den Armen und Kranken teilen kann, auch, dass man immer füreinander da ist.

 

Aber ich kann euch sagen, ich habe ein gutes Zuhause auf unserem schönen Planeten! Ich bin froh, dass ich diese Reise zum Planeten Erde zu diesen sonderbaren Menschen gemacht habe, denn so lerne ich meine Heimat noch mehr zu schätzen und weiß, wie gut ich es bei euch, meine Freunde, auf meinem geliebten Planeten habe. 

 

Ich wünsche euch, meine lieben Freunde, noch eine schöne Zeit, bleibt gesund und viel Glück!

 

Ich freue mich auf unser Wiedersehen.

 

Bis bald,

 

eure Iglounataria

 

Celine Rähse

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Oh du fröhliche ... es geht schon wieder los

Oh du fröhliche… es geht schon wieder los

 

Jetzt geht es wieder los. Ich bin vor ein paar Tagen aus dem Betriebspraktikum gekommen, und als ich durch die Haustür kam, wurde ich vor lauter Lichterketten und Weihnachtsdekoration fast erschlagen. Für manche geht die Weihnachtszeit ja schon nach Halloween los: Kürbis weg, jetzt ist der Rentierschlitten dran! Ich hatte bereits bemerkt, dass in Sachsen, wo ich mein Praktikum gemacht habe, schon wieder einige Weihnachtsmärkte aufgebaut wurden, aber dass ich nach Hause komme und schon im November von Kerzenschein angeleuchtet werde, war mir dann doch ein bisschen zu viel. „Mama, warum habt ihr jetzt schon für Weihnachten geschmückt?“, frage ich mit einem skeptischen Blick. Es sei ja nun nicht mehr so lange hin und man könne ja schon mal ein bisschen mit dem Schmücken anfangen, antwortete meine Mutter. Ich schaue mich im Zimmer um. Ein Holztannenbaum, die Treppengirlande in Tannenoptik mit den Christbaumkugeln dran, die Schneekugel mit der Heilig-Abend-Szene, der Adventskranz, die Sternenlichterkette und noch so viel mehr leuchteten mir entgegen. Völlig überfordert ging ich in mein Zimmer. Weihnachten schon einen Monat vorher zu feiern ist nichts für mich. Gut, wenn man Anfang Dezember anfängt, ist das in Ordnung oder wenigstens erst am Totensonntag. Aber bei uns war alles schon vor dem Totensonntag auf Weihnachten umgestellt. Ich stelle also meine Koffer ab und wage einen Blick nach oben, natürlich hängt vor dem Fenster ein großer, leuchtender, bunter Weihnachtsstern und auf dem Fensterbrett liegt eine Packung mit Fensteraufklebern mit Weihnachtsmotiven. „Die wollen wir später noch ankleben“, erklärt mir meine Mutter. Alles klar, denke ich mir, ein bisschen Vorfreude ist doch gar nicht so schlecht. Wir wollen erstmal Kaffee trinken, also gehe ich hoch ins Esszimmer und auf dem Weg nach oben höre ich etwas, womit ich frühestens Anfang Dezember gerechnet hätte: Über die Musikbox meiner Mutter läuft allen Ernstes „last Christmas“. Ich sehe sie an, sie sieht mich an und fängt an zu schmunzeln. Ich glaube, sie hat ein wenig Freude daran, zu sehen, wie überfordert ich mit der Situation bin. Ich habe gestern zwei Mädchen an der Ampel gesehen, die wirklich darüber redeten, wann sie zusammen auf den Weihnachtsmarkt gehen wollen. Gut, sollen sie es machen. Doch das Schlimmste an dem Ganzen ist ja nicht, dass jetzt schon die Lichterkette leuchtet oder dass der Weihnachtsmarkt schon wiederaufgebaut wird, sondern dass sie es irgendwie immer, aber auch wirklich immer schaffen, auch dich zu infizieren. Inzwischen bin ich, muss ich leider zugeben, auch schon total in Weihnachtsstimmung. Ein kleiner Tipp noch für euch: Genießt die Zeit, denn sie geht schneller vorbei, als man denkt, und dann ist ja tatsächlich schon fast wieder Ostern…

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