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Flaschenpost

Artikel Nordkurier 23./24. Januar 2016 Von Susanne Schulz

Schüler erkunden Flaschenpost aus dunkler Vergangenheit

 

 

 Flaschenpost klingt ein bisschen romantisch nach Grüßen von einer einsamen Insel aus womöglich längst vergangener Zeit. Aus tiefer, dunkler Vergangenheit stammt sie tatsächlich, jene Flaschenpost, die gerade von Schülern aus dem Neubrandenburger Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) gemeinsam mit polnischen Altersgefährten erkundet wird. Ihr Geheimnis und die Schrecknisse, die sich dahinter verbergen, wollen die jungen Leute an die Öffentlichkeit bringen. Mehr als 40 Jahre ist es her, dass der mit Schriftstücken und kleinen Kunstwerken gefüllte, mit Verbandsstoff umwickelte Glasbehälter in einem Waldstück nahe Neubrandenburg gefunden wurde; mehr als 70 Jahre sind vergangen, seit er dort vergraben worden war: Jungen Polinnen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück war es gelungen, ihn zu einer Widerstandsgruppe polnischer Kriegsgefangener im Lager Fünfeichen zu schmuggeln. Die Männer wollten die Informationen über Erschießungen und medizinische Experimente nach Polen oder an die BBC weiterleiten, mussten die geheimen Botschaften aber dann im Wald vergraben, um nicht entdeckt zu werden. Dass ein so dunkles Kapitel der Vergangenheit plötzlich so nah rückt, beeindruckt die Schüler wohl am meisten. „Uns war vorher nicht bewusst, dass es so viel mit Neubrandenburg zu tun hat“, bekennt Julius Richert. „Jetzt scheint diese Geschichte allgegenwärtig.“
Die Gedenkstätte in Ravensbrück hatten die jungen Leute schon besucht, hatten die Atmosphäre rund um den Schotterplatz, auf dem die Gefangenen zum Appell antreten mussten, und das Krematorium in düsterer Erinnerung. „Jetzt die Textdokumente zu lesen, ist nicht weniger bedrückend“, erzählt Markus Ellmann. „Sich vorzustellen, unter welchen Bedingungen das geschrieben wurde, geht ans Herz.“ Gemeinsam mit seiner Mitschülerin Jennifer Kirschke stellt Markus Zitate aus dem „Schmuggelfund“ – unter diesem Namen wurde die Flaschenpost unter Historikern bekannt – für eine Textcollage zusammen. Als Kunst-Team gestalten Vivien Giermann und Katja Kuhnert Glasbehälter ähnlich dem Original, das im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau bewahrt wird. Die Neubrandenburger Nachbildungen aus Einweckgläsern und eigens verschmutztem Verbandszeug werden mit Texten und Gedichten gefüllt. „Die verhasste Arbeit zwingt sich mit Gewalt in die müden Hände“ – Sätze wie dieser gehen den Mädchen sehr nah. Ähnlich ging es ihnen schon beim Film „Der Pianist“ über das Leben im Warschauer Getto. „Wir haben damals seitenlange Hausarbeiten darüber geschrieben, weil uns das Thema so berührt hat“, erinnert sich Katja. Jetzt haben es die jungen Leute obendrein mit einer Geschichte zu tun, die sich in ihrer Heimat ereignete. Vivien ist besonders berührt von den Zeichnungen aus dem Schmuggelfund und den in den Briefen formulierten Sehnsüchten. Und erschrocken, dass angesichts der Grausamkeiten der Nazi-Zeit „so viele mitgemacht und weggeschaut haben“. Welchen Einfallsreichtum die Frauen aufbringen mussten, um die Dokumente unter Einsatz ihres Lebens aus dem Lager zu schmuggeln, beeindruckt auch Lea Fürst, die mitwirkt an einer Fotodokumentation über das damalige Leben im KZ und die heutige Projektarbeit der deutschen und polnischen Schüler. So weit entfernt die Geschichte ihrem Leben auch scheinen mag: Ausgehend von ihren eigenen Empfindungen „kann es uns gut gelingen, das auch anderen nahezubringen“, hofft Lea.
Im Herbst haben die jungen Leute aus beiden Ländern schon gemeinsam in Neubrandenburg gearbeitet, im März folgt der Gegenbesuch in Koszalin. AEG-Lehrerin Gudrun Hoika ist ganz angetan vom Einsatz und Ideenreichtum ihrer Schüler: „Das hier ist eine andere Art zu arbeiten, das machen sie sehr kreativ und eigenständig“, freut sie sich. Betreut wird das Projekt von der Regionalbibliothek Neubrandenburg zusammen mit den Berliner Forschern Constanze Jaiser und Jacob David Pampuch, die für ein anregungsreiches Unterrichtsmaterial zum „Schmuggelfund“ 2012 den Annalise- Wagner-Preis erhielten. Filme, Bilder und eine neue polnische Nachdichtung des Ravensbrück - Liedes haben die Schüler nun in den vergangenen Wochen bereits geschaffen. Entstehen soll letztlich noch eine Wanderausstellung in deutscher und polnischer Sprache, die in Schulen und Bibliotheken gezeigt werden kann. Gestalt annehmen wird in Zusammenarbeit mit der Hochschule Neubrandenburg auch noch eine weitere Idee, die Geschichte lebendig zu halten: Am Fundort der Flaschenpost wird ein Geocache versteckt, ein Teil jener weltweit per GPS-Koordinaten zelebrierten „Schatzsuche“, die auch hierzulande immer mehr Anhänger findet.
Nicht nur ums Finden geht es da, sondern auch darum, etwas über den Ort und seine Geheimnisse zu erfahren.

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