103 Jahre UFA

  • Drucken

103 Jahre UFA-ein erfolgreiches Filmunternehmen


Die Ufa oder auch Universum Film AG ist ein deutsches Filmunternehmen, das bekannt ist durch sein langes Bestehen und seine Wichtigkeit im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte.

Gegründet wurde die Universum-Film AG am 18. Dezember 1917 auf der einen Seite, um auf dem internationalen Filmmarkt besser mitwirken zu können und in anderen Länder durch die deutschen Filme Propaganda für Deutschland machen zu können, aber auch um die Lücke auf dem deutschen Markt zu schließen. So war das Drehen von Spielfilmen, Dokumentarfilmen, Kulturfilmen und Wochenschaubeiträgen die ursprüngliche Aufgabe der Ufa. Ab 1922 dienen neben den Ateliers in Berlin Tempelhof die Neubabelsberger Bioscop-Ateliers als Produktionszentrum. Diese wurden 1926 durch den Bau der damals größten Atelierhalle Europas erweitert.

Das Unternehmen und die Filme, für die es steht, gewannen schnell an Anerkennung, national sowie auch über die Landesgrenzen hinaus. So wurden Großprojekte wie der Film zur Heldensage „Die Nibelungen“ realisiert. Er wurde im Jahre 1924 unter Regie von Fritz Lang gedreht und durch die Verwendung einer speziellen Technik zum Einfärben des Filmes zu einem Meilenstein der Filmgeschichte. Auch durch seine spektakuläre Ausstattung mit Kostümen, Masken und seine malerische Bildkomposition der Szenen sowie durch innovative Effekte wurde der Film zu einem Paradebeispiel für nachfolgende Filme. Ein weiteres Beispiel für die fortschrittliche Arbeitsweise der Ufa ist der 1927 veröffentlichte Film „Metropolis“. Er wurde zur Zeit seiner Veröffentlichung nicht gut von der Öffentlichkeit angenommen, denn er war durch seine Vielschichtigkeit und Mischung von verschiedenen Genres sowie durch ständige emotionale Wechselbäder ein wenig verwirrend. Aber gerade diese Vielschichtigkeit ist, was dieses Filmepos auch heute noch sehr attraktiv und zum Vorbild vieler weiterer Filme macht. Es ist einer der ersten Filme, der eine moderne Dystopie zeigt und Maschinen beziehungsweise Roboter als einen Charakter vorstellt. Der Film war zwar eine Enttäuschung in den Kinos, aber desto mehr können Filmemacher den Film heute schätzen. So wurde dieser 2001 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Zudem verwendete die Band Queen einige Szenen aus dem Film in ihren Musikvideos und der anerkannte Regisseur Christopher Nolan sagte, dass Metropolis einer von drei Filmen sei, an denen alle anderen Science-Fiction- Filme gemessen werden sollten.

Nach diesen anfänglichen Erfolgen hatte das Unternehmen jedoch bald Geldprobleme. Erst durch den Tonfilm-Welterfolg „Der blaue Engel“ konnte sich das Studio wieder erholen. Der Film wurde 1930 veröffentlicht und von den deutschen Zeitungen anfänglich kritisiert. Dafür erfreute er sich in den USA jedoch großer Beliebtheit. Dort waren die Zeitungen voll mit positiven Berichten und Bildern von Marlene Dietrich, die in dem Film die weibliche Hauptrolle spielte. „Der blaue Engel“ war somit ihr Sprungbrett zur internationalen Anerkennung und das Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, das ihr Charakter in dem Film gesungen hat, ist bis heute eines der bekanntesten Lieder Dietrichs. Im Jahr 1930 emigrierte Marlene Dietrich nach Amerika und wurde dort zu einem der größten weltweiten Filmstars aller Zeiten. 

Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, mussten viele der bereits etablierten Regisseure und Schauspieler fliehen. Mit der Gründung des Ministeriums für Propaganda und Volksaufklärung unter Joseph Goebbels und der Errichtung der Filmkreditbank GmbH kontrollierte der Staat fortan die gesamte deutsche Filmproduktion. Der vorher so geachtete Aspekt des Kunstfilms geriet in den Hintergrund und es wurden vorrangig Unterhaltungsfilme gedreht. So erlebten Komödien und Operetten eine Blütezeit. Vor allem Schauspieler wie Heinz Rühmann und Hans Albers waren zu der Zeit sehr beliebt. Obwohl viele Propaganda- Filme gedreht wurden, gab es auch viele Filme, die keine politische Botschaft transportierten. So sollten Filme wie „Die Feuerzangenbowle“ von 1944 oder „Der Baron von Münchhausen“ (1943) zu zeitlosen Klassikern werden, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gelände zwischenzeitig von der Roten Armee besetzt und in den darauffolgenden Jahren gab es immer wieder Uneinigkeiten um die Filmrechte, Betreiber und Besitzer der Firma und des Geländes in Babelsberg. All diese Hürden wurden jedoch überwunden und so ist die Universum Film AG heute stolze 103 Jahre alt und kann auf eine sehr bewegte Geschichte voller Innovation, Kreativität und Abwechslung zurückschauen.